Feines Näschen – Können Hunde Krebs riechen?

Dass Hunde eine sehr feine Nase haben, hat schon der Artikel zum Thema Assistenzhunde gezeigt. Diabeteserkrankte profitieren davon, dass Hunde Schwankungen des Blutzuckerspiegels erschnüffeln können und ihre Herrchen oder Frauchen dann darauf aufmerksam machen, dass Maßnahmen getroffen werden müssen. Die neuste Forschung geht jetzt noch einen Schritt weiter und erprobt, inwiefern die Supernasen auch zur Früherkennung von Krebs dienen können. Warum die Hundenase so wahnsinnig sensibel ist und ob Hunde wirklich Krebs erschnüffeln können wird im folgenden Artikel geklärt.

Warum haben Hunde so einen guten Geruchssinn?

Während der Mensch sich vor allem visuell über die Augen orientiert, ist für den Hund die Nase das wichtigste Sinnesorgan. Er nimmt über das Riechen seine gesamte Umwelt und Umgebung wahr. Die Nase hilft ihm bei der Nahrungsfindung, warnt ihn vor Feinden oder hilft bei der Suche nach einem passenden Geschlechtspartner. Es ist daher nicht überraschend, dass Hunde eigentlich ständig mit Schnüffeln beschäftigt sind und permanent an allem riechen. Dabei ist nicht nur die Nase als Organ ausgeprägt, sondern auch der Anteil im Gehirn, der für die Verarbeitung des Gerochenen zuständig ist, ist riesig. Etwa 10 % des gesamten Hundehirns stellt das sogenannte Riechhirn dar. Zum Vergleich, beim Menschen ist etwa 1 % des Gehirns für die Verarbeitung des Riechens zuständig.

Für den Hund ist die Nase das wichtigste aller Sinnesorgane

Hundenase hat viele Riechzellen

Beim Hund ist aber nicht nur der Bereich im Hirn, der für die Verarbeitung des Riechens zuständig ist, viel ausgeprägter als beim Menschen, sondern auch das Riechorgan an sich ist viel feiner. Mit bis zu 300 Millionen Riechzellen besitzen Hunde etwa 60-mal so viele Rezeptoren wie der Mensch, der auf etwa 5 Millionen Riechzellen zurückgreifen kann. Demnach ist eine Hundenase viel empfindlicher und kann auf größere Entfernungen geringere Mengen riechen. Es reicht zum Beispiel aus, die Tür des Kühlschranks, in dem mehrfach verpackt ein Stück geräucherter Lachs liegt, zu öffnen, um den Hund, der im Nebenzimmer, etwa 6-7 m entfernt war, anzulocken.

Anatomie der Hundenase

Der menschliche Riechkolben ist eine Art Knubbel vorne, mittig im Gesicht, der vollständig mit Haut sowie kleinen Härchen bewachsen ist. Durch unsere Nasenlöcher atmen wir sowohl die sauerstoffreiche Luft ein als auch die kohlenstoffdioxidreiche Luft wieder aus. Beim Hund ist die Nase nicht nur anders positioniert, sondern sie unterscheidet sich auch optisch von der menschlichen Nase. Die Hundenase ist eher lederartig und hat keinerlei Haare. Zudem sitzt sie an der Spitze einer mehr oder weniger langen Schnauze und ist damit deutlich exponierter als beim Menschen. Da die Nasenlöcher sich zur Außenseite hin zu schmalen Schlitzen verengen, kann der Hund zwei unterschiedliche Öffnungen zum Ein- und Ausatmen verwenden. Er atmet durch die vorderen Nasenlöcher ein und durch die seitlichen Schlitze wieder aus. Dadurch wird verhindert, dass er frontal nach vorne ausatmet, was eventuelle Duftmoleküle vertreiben könnte, die der Hund ja eigentlich erschnüffeln möchte.

Der Hund hat zwei verschiedene Öffnungen zum Ein- und Ausamten

Hunde als Spürhunde

Der Mensch macht sich die großartige Nase des Hundes bereits in vielen Bereichen zu Nutze. Da wären die Drogen- und Sprengstoffsuchhunde bei der Polizei. Lawinenhunde, die nach Unglücken nach verschütteten Überlebenden suchen oder eben Assistenzhunde, die epileptische Anfälle oder Veränderungen des Blutzuckerspiegels erschnüffeln können. Nun gibt es seit einigen Jahren Forschungen dazu, dass Hunde Krebszellen erschnüffeln können. Bei Krebs gilt es, je früher er erkannt wird, desto besser kann interveniert werden und desto besser stehen die Chancen auf Heilung. Es wird momentan geforscht, ob Hunde als Diagnosemittel zur Früherkennung beispielsweise bei Lungenkrebs zum Einsatz kommen können.


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