Labrador Retriever – Vom Jagdhund zum beliebten Familienhund

Sie sind aufmerksam, kinderlieb, lernbegierig, voller Tatendrang,  begleiten ihr Herrchen oder Frauchen auf Schritt und Tritt und liegen eigentlich immer und überall im Weg. Ohne Zweifel: Die Rede ist natürlich von den familienfreundlichen Labrador Retrievern! Ihre freundlichen und aggressionsfreien Gemüter machen die wasseraffinen Familienhunde, die umgangssprachlich auch Labbi genannt werden, zu einer der beliebtesten Hunderassen in Deutschland. Doch was macht den Labrador Retriever eigentlich so besonders?

Labrador Steckbrief: Alles auf einem Blick

  • Herkunft: Großbritannien
  • Durchschnittliche Lebenserwartung: 10 – 14 Jahre
  • Durchschnittliche Größe (Widerristhöhe) je nach Geschlecht: Hündinnen 54 – 60 cm, Rüden 57 – 62 cm
  • Gewicht je nach Geschlecht: Hündinnen 25 – 31 kg, Rüden 28 – 35 kg
  • Charakteristische Farben: Schwarz, Braun (Dunkelbraun beziehungsweise Schokobraun), Gelb, Blau-Silber (Achtung: Keine reinrassigen Labbis)
  • Felllänge: dichtes Kurzhaar
  • Temperament: freundlich, intelligent, gutmütig, menschenbezogen, lernbegierig und gelehrig
  • FCI-Klassifizierung: Apportierhunde
Labrador-Hündin Frieda

Geschichte und Namensgebung

Wusstet Ihr, dass die Labrador Retriever ursprünglich von einer kleinen Version der Neufundländer abstammen? Zwar deklariert der weltweit größte kynologischen Dachverband FCI Großbritannien als Ursprungsland der Rasse, dennoch haben die Labrador Retriever streng genommen ihren Ursprung in der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador. Bereits im 15. Jahrhundert wurden die Urahnen der Labbis, die sogenannten St. John´s Hunde, auf der im Atlantischen Ozean liegenden Insel als vierbeinige Helfer in der Fischerei eingesetzt, indem sie die aus den Netzen entwichenen Fische wieder an Land holen sollten. Im 19. Jahrhundert wurden dann einige Hunde von englischen Adelsfamilien nach Großbritannien überführt und zu gehorsamen Jagdhunden für das Suchen und Zurückbringen der erlegten Tiere gezüchtet.

Wer nun aufmerksam gelesen, dem wird die Namensgebung der familienfreundlichen Hunderasse kaum überraschen: Während der Begriff “Labrador” wenig überraschend auf das gleichnamige Herkunftsgebiet der Hunde zurückzuführen ist, bezieht sich der Zusatz “Retriever” auf den angezüchteten Jagdtrieb dieser mittelgroßen Hunderasse („to retrieve“ kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie apportieren).  

Charakter und Verhalten

Im Regelfall beschreiben die Hundehalter ihren treuen Labrador-Hund als ein neugieriges, aufmerksames, sensibles und menschenbezogenes Familienmitglied auf vier Beinen. Insbesondere die zuletzt genannte Eigenschaft ist auf ihren ausgeprägten „will to please“, also der Wille seinen Zweibeinern zu gefallen, zurückzuführen. Dank dieser besonderen Eigenart sind die intelligenten Labbis durchaus lern- und wissbegierig und stets motiviert, neue Kommandos oder Spiele zu erlernen – perfekt für Hundeanfänger oder wenig erfahrene Hundebesitzer!

Ausgiebige Kuscheleinheiten sind aus Kajas und Pauls Alltag nicht mehr wegzudenken.

Daneben charakterisieren sich die Labrador-Hunde durch ihre freundliche und gutmütige Wesensart ohne jegliche Anzeichen von Aggressivität und sonstigen Wesensschwächen. Kein Wunder also, dass die Hunderasse so viel Zuspruch in Familien mit Kindern bekommt. Fast ausnahmslos sind die Labrador Retriever im Gegensatz zu anderen Hunderassen fremden Menschen gegenüber aufgeschlossen und neigen dazu, eine bekannte oder auch unbekannte Person ungestüm zu begrüßen. Unschwer zu erkennen ist dabei seine mit dichtem Fell besetzte Rute, die noch am Ansatz relativ dick erscheint und allmählich spitz zuläuft. Unter Labrador-Kennern wird die Hunderute daher oftmals “Otterrute” oder “Otterschwanz” genannt.

Weiterhin sind die Labrador Retriever wahrhaftige Wasserratten! Kaum ein Hundebesitzer wird beim Gassigehen an einem Wasserloch vorbekommen, in das der wasseraffine Vierbeiner nicht hineinspringt.

Geeignete Sportarten und Aktivitäten mit Labrador Retriever

Es steht außer Frage, dass die vierbeinigen Energiebündel am Tag einige Stunden an sportlichen Aktivitäten oder sonstigen Übungen zur Beschäftigung benötigen – ausgiebige Spaziergänge gepaart mit abwechslungsreichen und sportlichen Trainingseinheiten gehören somit zum Alltag von Mensch und Tier. Aufgrund des angezüchteten Jagdtriebes haben die Labrador Retriever eine besondere Vorliebe zum Apportieren entwickelt: So lassen beim Gassigehen insbesondere das Stöckchenwerfen, Ballspielen oder Dummy-Training die Hundeherzen höherschlagen. Weiterhin begeistern sich vor allem die jüngeren Hunde für Joggen, Wandern oder Agility-Training. Hinweis: Insbesondere bei in Jahre gekommenen Labbis sollte vom Tierarzt untersucht werden, ob sich die Hunde noch für solche gelenkbelastenden Sportarten eignen.


Michael und Labrador Paul lieben es, draußen in der Natur miteinander zu toben.

Neben Bewegung ist aber auch noch Köpfchen gefragt: Zur Forderung des Geistes sollten die intelligenten Vierbeiner weiterhin ihre ausgeklügelte Spürnase bei Intelligenz- und Geschicklichkeitsspielen unter Beweis stellen dürfen.

Habt ihr gewusst, dass die äußert gelehrsamen Hunde häufig auch als Rettungs- und Drogenhunde und sogar Blindenhunde oder Begleithunde für Menschen mit Handicap eingesetzt werden? Doch nicht nur als Assistenzhund macht der Labrador Retriever eine gute Figur – so findet die Hunderasse ebenfalls gerne als Therapiehund Gefallen an der Zusammenarbeit mit älteren Menschen oder Kindern.

Übersicht der erblich bedingten Labrador Krankheiten

Wenn wohl alle Labrador Retriever eines gemeinsam haben, dann ist es sicherlich die ungezügelte Leidenschaft für das Fressen. Dabei sind die Vierbeiner nicht gerade wählerisch: Sie neigen dazu, all das in sich hinzuschlingen, was essbar erscheint und entwickeln somit nicht ohne Grund schnell Anzeichen für mögliches Übergewicht. Durch konsequentes Einteilen der Futterrationen und ausreichend Bewegung kann dem molligen Körpergewicht jedoch problemlos entgegengewirkt werden. Wusstet Ihr, dass die Labrador Retriever aus der Jagdlinie typischerweise deutlich schlanker sind als ihre Artgenossen aus der sogenannten Schönheitslinie?

Eine weitere genetische Prädisposition, also eine ausgeprägte Anfälligkeit oder genetische Veranlagung für bestimmte Krankheiten, stellt die sogenannte Hüftgelenksdysplasie (kurz: HD) dar. Bei dieser Erbkrankheit passen die Hüftgelenkspfanne und -kopf nicht mehr korrekt ineinander, sodass jede Bewegung unangenehme starke Schmerzen am Hüftgelenk auslösen. Die Faustregel bei der vererbbaren Krankheit: Je größer und schwerer die Hunde, desto häufiger und problematischer treten die Dysplasien – also die Fehlbildungen – der (Hüft-)Gelenke auf. Da die ausgewachsenen Labrador Retriever mit ihrer durchschnittlichen Größe zwischen 54 – 62 cm und einem stolzen Endgewicht von über 30 kg (bei Rüden) zu den mittelgroßen Hunden zählen und gleichzeitig ein durchaus bewegungsfreudiges Verhalten aufweisen, sollte bereits bei Jungtieren auf eine artgerechte Ernährung geachtet werden: Insbesondere im ersten Jahr sollte bei dieser HD-anfälligen Rasse darauf geachtet werden, dass die Welpen nicht zu schnell wachsen, sodass eine kontrollierte Ernährungsweise notwendig erscheint. Bei der Futterzugabe sollte auf eine bedarfsgenaue Zuteilung wertvoller Mineralien und Vitaminen geachtet werden, die entweder direkt über das Futter oder präventiv sowie akut über gelenkunterstützende Futterergänzungen aufgenommen werden können. Weiterhin sollte darauf geachtet werden, dass die jungen (und älteren) Hunde nicht allzu viele Treppen steigen – schließlich kann diese für Hunde eher ungewohnte Bewegung zu einer Überbelastung der noch im Wachstum befindlichen Knochen bei Welpen führen.

Weiterhin sind bestimmte typische genetische Veranlagungen ebenfalls für Labrador-typische Augenerkrankungen verantwortlich und können je nach Krankheitsbild zu völliger Blindheit führen. Zu den Erbkrankheiten, welche die Augen der Labradore betreffen, zählen unter anderem die sogenannte progressive Retina Atrophie (PRA) und der Hereditäre Katarakt (HC) – aufgrund des unliebsamen Krankheitsbildes dieser Augenerkrankungen sollte beispielsweise beim Kauf eines Welpen der tierärztliche Befund der elterlichen Zuchttiere vorgelegt werden.

Zu guter Letzt erleiden die Labrador Retriever vereinzelt an der rassespezifischen erblichen Muskelerkrankung Labrador-Myopathie, die sich oftmals ab einem Hundealter von drei bis vier Monaten äußert. Zu den typischen Symptomen des Muskelleidens zählen schnelle Ermüdung bei Belastung, Megaösophagus (Erkrankung der Speiseröhre), Muskel-Atrophie (Verlust von Muskelmasse) sowie der Verlust des Patellarsehnenreflexes. Die Entwicklung dieser Krankheit schreitet bis zu einem Alter von einem Jahr fort und stabilisiert sich meist ab diesem Zeitpunkt.  


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Hunde, Hunderassen, Labrador

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